Dies ist keine offizielle Seite der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Montag, 12. Januar 2015

Geistiger Gedanke - Januar

…gute Vorsätze…

Ich freue mich mit Ihnen ein neues, spannendes  Jahr anzugehen! Wie alle Jahre wieder, nimmt man sich gute Vorsätze vor…
Falls Sie sich noch keine Vorsätze vorgenommen haben, so hätte ich einen Vorschlag für uns alle. Dazu möchte ich Ihnen eine Geschichte erzählen, die auf wahren Tatsachen beruht:

„Die wundervolle Liste“ von Helen P. Mrosla

„Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, ein Blatt Papier zur Hand zu nehmen und die Namen aller anderen Schüler der Klasse darauf zu schreiben und ein wenig Platz neben den Namen zu lassen. Dann sagte sie zu den Schülern, sie sollten überlegen, was das Netteste ist, das sie über jeden ihrer Klassenkameraden sagen könnten und das sollten sie dann neben die Namen schreiben. Es dauerte die ganze Stunde, bis jeder fertig war, und bevor sie den Klassenraum verließen, gaben sie ihre Blätter der Lehrerin.

Am Wochenende schrieb die Lehrerin jeden Schülernamen auf ein Extrablatt Papier und daneben die Liste der netten Bemerkungen, die ihre Mitschüler über den Einzelnen aufgeschrieben hatten. Am Montag gab sie jeder Schülerin ihre und jedem Schüler seine Liste. Schon nach kurzer Zeit lächelten alle. “Wirklich?”, hörte man flüstern. “Ich wusste gar nicht, dass ich irgendjemandem etwas bedeute!” und “Ich wusste nicht, dass mich andere so mögen”, lauteten die Kommentare. Niemand erwähnte danach die Listen wieder. Die Lehrerin wusste nicht, ob die Schüler sie untereinander oder mit ihren Eltern diskutiert hatten, aber das machte nichts aus. Die Übung hatte ihren Zweck erfüllt. Die Schüler waren glücklich mit sich und mit den anderen.

Einige Jahre später war einer der Schüler gestorben und die Lehrerin ging zum Begräbnis dieses Schülers. Die Kirche war überfüllt mit vielen Freunden. Einer nach dem anderen, der den jungen Mann geliebt oder gekannt hatte, ging am Sarg vorbei und erwies ihm die letzte Ehre. Die Lehrerin ging als Letzte und betete vor dem Sarg. Als sie dort stand, sagte einer der Anwesenden, die bei dem Sarg standen, zu ihr:

“Waren Sie Marks Mathelehrerin?” Sie nickte. Dann sagte er: “Mark hat sehr oft von Ihnen gesprochen.”

Nach dem Begräbnis waren die meisten von Marks früheren Schulfreunden versammelt. Marks Eltern waren auch da und sie warteten offenbar sehnsüchtig darauf, mit der Lehrerin zu sprechen.
“Wir wollen Ihnen etwas zeigen”, sagte der Vater und zog eine Geldbörse aus seiner Tasche. “Das wurde gefunden, als Mark verunglückt war. Wir dachten, Sie würden es erkennen.”

Aus der Geldbörse zog er ein stark abgenutztes Blatt, das offensichtlich zusammengeklebt, viele Male zusammengefaltet und auseinandergefaltet worden war. Die Lehrerin wusste, ohne hinzusehen, dass dies eines der Blätter war, auf denen die netten Dinge standen, die seine Klassenkameraden über Mark geschrieben hatten.

“Wir möchten Ihnen so sehr dafür danken, dass Sie das gemacht haben”, sagte Marks Mutter. “Wie Sie sehen können, hat Mark das sehr geschätzt.” Alle früheren Schüler versammelten sich um die Lehrerin. Charlie lächelte und sagte: “Ich habe meine Liste auch noch. Sie ist in der obersten Schublade in meinem Schreibtisch.” Die Frau von Heinz sagte: “Heinz bat mich, die Liste in unser Hochzeitsalbum zu kleben.” “Ich habe meine auch noch”, sagte Monika. “Sie ist in meinem Tagebuch.” Dann griff Irene, eine andere Mitschülerin, in ihren Taschenkalender und zeigte ihre abgegriffene und ausgefranste Liste den anderen. “Ich trage sie immer bei mir.” sagte sie und meinte dann: “Ich glaube, wir haben alle die Listen aufbewahrt.” 

Die Lehrerin war daraufhin so gerührt, dass sie sich setzen musste und weinte.“

Führen wir doch auch eine „geistige Liste“ aller guten Eigenschaften unserer Geschwister in der Gemeinde, dann werden wir nämlich:

  • kein Bedürfnis mehr haben, schlecht über andere zu sprechen oder über andere zu tratschen.
  • über einen anderen lieber nichts als etwas Schlechtes sagen oder noch besser,
  • im geeigneten Moment etwas Gutes über unseren Nächsten denken oder sagen!


Wir möchten gemeinsam in St. Gallen ein Zion aufbauen. Aber was ist Zion eigentlich?

LuB 97:21  Darum wahrlich, so spricht der Herr: Lasst Zion sich freuen, denn dies ist Zion — DIE IM HERZEN REINEN; darum lasst Zion sich freuen, während alle Schlechten trauern.

Unsere Gemeinde kann das „Zuhause“ für viele Suchende sein und werden. Ich denke zurück an meine Zeit, als ich die Kirche untersuchte. Als ich das erste Mal zur Kirche kam, wurde ich so offen und herzlich empfangen, dass ich mich sehr bald so fühlte, wie wenn ich „nach Hause“ kommen würde.
Setzen wir uns doch zum Ziel, unseren Besuchern und Untersuchern ein Zuhause zu sein, wo sie sich wohlfühlen und liebend aufgenommen werden. Nur wenn sie unsere Liebe spüren, können sie für den Heiligen Geist ihr Herz öffnen. Und dazu werden sie, bewusst oder unbewusst, beobachten und fühlen, wie wir als Mitglieder miteinander umgehen.  Lassen wir ab von übler Nachrede, Tratsch und Geschwätz und begegnen wir uns mit Verständnis, Wohlwollen und Liebe.

Ich bin mir sicher, dass wir im 2015 mit Wachstum in unserer Gemeinde gesegnet werden, wenn wir vom Besten in unserem Gegenüber ausgehen und jedem die Chance geben, es uns auch zu beweisen. Oder wie es Catharina Elisabeth von Goethe, die Mutter von Johann Wolfgang von Goethe treffend gesagt hat:

„Man nehme 12 Monate, putze sie ganz sauber von Neid, Bitterkeit, Geiz, Pedanterie und Angst und zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile, so dass der Vorrat für ein ganzes Jahr reicht. Nun wird jeder Tag einzeln angerichtet aus einem Teil Arbeit und zwei Teilen Frohsinn und Humor. Danach füge man drei gehäufte Esslöffel Optimismus hinzu, einen Teelöffel Toleranz, ein Körnchen Ironie und eine Prise Takt. Jetzt wird noch alles reichlich und mit viel Liebe übergossen. Das fertige Gericht schmücke man mit Sträusschen kleiner Aufmerksamkeiten und serviere es dann täglich mit Heiterkeit.“

Wenn wir uns bemühen so zu sein wie es unser Himmlischer Vater von uns erwartet, dann wird für uns auch sein Versprechen wahr:

LuB 64:41 Denn siehe, ich sage euch: Zion wird erblühen, und die Herrlichkeit des Herrn wird darauf ruhen;

Ich hoffe und wünsche für uns alle, dass wir Seine Herrlichkeit auf unserer Gemeinde im 2015 wirklich fühlen werden und freue mich, mit euch allen das Neue Jahr in Angriff zu nehmen!

Euer Bischof Alfred Escher


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