Dies ist keine offizielle Seite der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Montag, 11. Mai 2015

Geistiger Gedanke - Mai

Liebe Schwestern, liebe Brüder

In der Pfahlkonferenzversammlung vom Samstagabend wurde unter anderem das Thema „Zeit“ aus unterschiedlichen Betrachtungswinkeln angesprochen. Elder Leimer sprach von einer realen Währung deren Wert wir nicht beeinflussen können und Schwester Sabrina Müller forderte uns auf geduldig zu sein und die Hoffnung nie aufzugeben.

In der Tat begleitet uns die Zeit schon seit ewig und dennoch verstreicht sie oftmals unbemerkt und ganz still. Albert Einstein sagte in seiner Relativitätstheorie voraus, dass die Zeit für jeden von uns etwas individuelles sei. Er erklärte es folgendermassen: „Wenn man mit einem netten Mädchen zwei Stunden zusammen ist, hat man das Gefühl, es seien zwei Minuten; wenn man zwei Minuten auf einem heissen Ofen sitzt, hat man das Gefühl, es seien zwei Stunden. Das ist Relativität.“

Ich bin mir sicher, dass jeder von uns schon diese Momente erlebt hat. So individuell die Zeit für jeden von uns ist, so individuell gehen Kulturen damit um. Robert Levine hat in seinem Buch „Eine Landkarte der Zeit“ das Verhalten unterschiedlicher Kulturen in Bezug auf die Zeit untersucht und beeindruckende Beispiele zusammengetragen. Er sprach von einem Afghanen, der sich mit seinem Bruder in Kabul verabredet hatte, ihn aber nicht finden konnte. Ein Angehöriger der amerikanischen Botschaft kümmerte sich darum und stiess schliesslich auf die Wurzel des Problems: Die beiden Brüder hatten sich zwar in Kabul verabredet, hatten aber versäumt, das Jahr festzulegen.

Unsere Gesellschaft wird vom Anspruch „Zeit ist Geld“ immer schneller vorwärts getrieben und der Grad der Aktivität wird immer höher. Wir verbinden Aktivität automatisch mit Arbeit, je aktiver jemand ist, umso mehr arbeitet er auch. Kommt es aber nicht auch auf die Qualität der Arbeit an? Thich Nhat Hanh, ein Zen-Meister meinte einmal: Statt zu sagen „Sitz nicht einfach nur da; tu irgendetwas“, sollten wir das Gegenteil fordern: „Tu nicht einfach irgendetwas; sitz nur da“

Wir drehen uns in einer Spirale, die wir selber nicht mehr beeinflussen können. Ist dies aber wirklich so? Haben wir wirklich keine Kontrolle mehr darüber? Jesus Christus ist uns auch in diesem Bereich als grosses Vorbild vorausgegangen. Er vollbrachte Wundertaten und nahm sich der Bedürftigen an. Immer und zu jederzeit. Er bestimmte wie er seine Zeit verwendete und genau die gleiche Entscheidungsfreiheit hat er auch uns zugestanden.

Ich möchte uns alle dazu auffordern das Idealbild der heutigen Gesellschaft zu überdenken und unsere wertvolle Zeit für das Erlösungswerk zu verwenden. Lassen wir uns durch den heiligen Geist führen und folgen wir konsequent seinen Eingebungen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir alle in uns das Licht Christi noch heller leuchten lassen können, dass wir allen durch unseren Dienst Jesus Christus näher bringen können und dass wir immer auf seine Hilfe und Unterstützung vertrauen können.

Diese Worte lasse ich Ihnen im Namen Jesu Christi. Amen.
Andreas Walser

ABONNIEREN DER ELEKTRONISCHEN GEMEINDEZEITUNG

Bitte hier die E-Mail-Adresse eingeben:

Die Bestätigungs-E-Mail wird zugestellt von FeedBurner