Thurgauer
Zeitung, 30. Mai 2016, 06:49 Uhr
Bolt
singt nun die erste Stimme

Bildhauer und Maler Christian
Bolt aus Davos ist neuer Pfahlpräsident der Glaubensgemeinschaft Mormonen im
Gebiet Thurgau/St. Gallen.
(Bild: Margrith
Pfister-Kübler)
Rund 700 Mitglieder der Kirche
Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage haben am Sonntag im «Thurgauerhof»
in Weinfelden einen neuen Präsidenten gewählt.
MARGRITH PFISTER-KÜBLER
WEINFELDEN.
Man spürte sie auf Schritt und Tritt am Sonntagmorgen im Thurgauerhof: Die
heitere und lebensfreudige Stimmung an dieser kirchlichen Konferenz, diesem
gesellschaftlichen und kirchlichen Ereignis der Kirche Jesu Christi der
Heiligen der Letzten Tage, der Glaubensgemeinschaft der Mormonen. Neben hohen
Würdenträgern aus der Schweiz und dem Ausland, wie Patrick Kearon, Präsident
Europa Mitte, aus England, waren vor allem Gemeindemitglieder anwesend,
darunter sehr viele junge Familien mit Kindern.
Offenbarung für die Nomination
Höhepunkt
der festlichen Versammlung mit Chordarbietungen und Festreden bildete der
Führungswechsel. Mormonen glauben an fortlaufende Offenbarung. Deshalb werden
alle Ämter der Kirche durch Offenbarung des nächsthöheren Amtsträgers bestimmt
und den Mitgliedern der Kirche zur Bestätigung vorgelegt. Alle Ämter der Kirche
werden von den Mitgliedern ehrenamtlich ausgeübt. Ein Pfahl – also eine Diözese
– umfasst elf Gemeinden.
Höchst
geheim gehalten wurde der Name des neuen Pfahlpräsidenten. Der abtretende
Curdin Conrad, Rechtsanwalt aus Abtwil, amtete neun Jahre als Pfahlpräsident.
Er wurde für seine loyalen Dienste geehrt. Als grosse Herausforderung
bezeichnete Conrad den Zusammenhalt der Familien. Die Dankbarkeit dafür, dass
die Konferenz in einem freien Land abgehalten werden darf, wurde in einem Gebet
verankert.
Die Familie rückt ins Zentrum
Die
Verkündung des Namens des neuen Pfahlpräsidenten oblag dem Präsidenten Europa
Mitte, Patrick Kearon. Gewählt für das Gebiet Thurgau/St. Gallen ist Christian
Bolt aus Davos. Bolt ist Bildhauer und Maler. «Wir wollen ein grosser Raum sein
für jedermann und die Tradition des Familienverbandes pflegen», sagte Bolt und
fügte an: «Auch wenn Familien nicht perfekt sind, kann Familie immer noch ideal
sein.» An alle ging die Aufforderung «liebevoller zu werden». Auf die Wahl von
Christian Bolt folgten an der Konferenz im «Thurgauerhof»-Saal weitere
Bestätigungen von Amtsträgern.