Sie kennen das vielleicht im Leben, oft denkt man dass
alles festgefahren sei, oder man hat keine Kraft es zu ändern. Wenn selbst das
Gute einem nicht gut genug ist, man glaubt allem überdrüssig zu sein. Ein furchtbares
Gefühl muss ich selber zugeben, man fühlt sich eingeengt, und man glaubt, dass
man der einzige Mensch auf der Welt sei, der dieses Problem hat. Man fühlt sich
schuldig wenn man eine Pause braucht, man hat den Eindruck, dass man immer
etwas tun muss, um eine Rechtfertigung zu haben.
So etwas wie Ruhe habe man gar nicht verdient, oder man
glaubt sogar, wenn etwas Gutes gekommen ist, dann kommt ganz sicher doppelt und
dreifach schlechte Dinge zurück. Man hält sich bewusst immer auf einem Level
der etwa in der Mitte ist, so dass man bloss nicht zu hoch oben ist. Und man
dann eben keine Angst haben muss um herunterzufallen.
So etwas wie Leben ist das eben gar nicht, man ist so gar
nicht mehr in der Lage etwas zu ändern, oder vielleicht nur sehr schwer. Aber
dieser Trott und dieses Denken verhindern eben klar, dass man eine Änderung
vollziehen kann. Eine Änderung die aber in diesem Falle dringend nötig ist.
Ich spüre oft, dass man eben alles anders machen muss,
und vor allem das man sich nicht in sein Schneckenhaus zurückziehen sollte.
Wichtig ist, dass man hinausgeht, und gute Gespräche führt, Freundschaften
entwickelt die einem tragen. Und die einem helfen, etwas zu ändern.
Ich glaube das wir in der Kirche immer sehr viele
Möglichkeiten haben, wie wir einander helfen können, oft reicht es schon aus,
wenn man einander schreibt, aber manchmal tut es einem gut, wenn man sich auch
trifft, und für einander da ist.
Aber ich selber musste feststellen, dass in gewissen
Situationen eben auch fachliche Hilfe gefragt ist, am Anfang tut man sich
schwer, aber dann plötzlich öffnet sich bei einem selber der Knoten. Man spürt
plötzlich Schritt für Schritt, dass man Probleme hat, und man entwickelt den
Wunsch, diese anzugehen. Es ist sicher am Anfang oft eine Qual, weil man merkt
wieviel das ist, und das man realisiert, dass man jahrelang gar nicht gelebt
hat. Ich glaube dass man in so einer Situation, alles hinterfragt, was man tut
oder macht.
Sogar das Evangelium hinterfragt man klar, ist das gut,
ist mein Glaube stark genug, oder vor allem, tut mir das auch gut, oder ist das
eher ein Gefängnis für mich? Am Schluss fragt man sich, ob man dies alles
besser wieder lassen sollte, man nimmt sich die Zeit, und unterzieht das
Evangelium einem Härte Test. Aber wenn man auch in der Bibel liest, so merkt
man, dass auch Christus sich zurückgezogen hat, um nachzudenken. Erst so
konnte er wieder neues entstehen lassen, ich versuche es ihm gleichzutun. Ich
merke aber auch klar, dass das Evangelium in meinem Leben einen grossen Platz
hat, und es mich freier gemacht hat. Ich bezeuge klar, dass die guten
Änderungen in meinem Leben erst angefangen haben, als ich wieder aktiv in der
Kirche mitgemacht hatte. Der Herr hilft einem jeden Tag, und wenn man ihm
zeigt, dass man seine Hilfe und Eingebungen liebt, ehrt und schätzt, so ist das
ein wunderbares Gefühl, was einem eine grosse wärme im Herz erzeugt.
Und diese Wärme liess mich wissen, dass alles wieder gut
kommt, so wie eine Bedenkzeit, wo man alles hinterfragt, und man aber antworten
bekommt, die einem aber weitergebracht haben.
Das Böse suggeriert einem ein, dass man frei ist, wenn
man alle Regeln bricht, die Medien predigen das heute uns jeden Tag. Aber man
merkt gar nicht, dass einem diese nicht frei macht, sondern man wird wie ein
gefangener weggeführt, und man merkt das erst zu spät.
In sehr vielen Sachen ist das spürbar, wenn wir versuchen
uns an die Gebote zu halten, man fühlt sich freier und besser. Gerade wenn man
versucht ist, alles hinzuwerfen, so wie ich, so merke ich doch klar, was ich
habe, und was ich nicht verlieren will. Diese wertvollen Einflüsterungen des
Heiligen Geistes, was einem jeden Tag hilft, und man fühlt auch, wenn man es
will, den Einfluss des Herrn, wenn wir wachsam sind. Manchmal ist das sogar
wichtig, dass wir auch über gute Sachen nachdenken, und uns klar machen, was es
für uns selber bedeutet. Ich glaube manchmal, dass wir so auch wieder einen
Schritt vorwärts kommen.
Ich selber weiss und bin sehr dankbar, für das behutsame
und wunderbare Evangelium, was uns sehr hilft, und einem wieder Licht gibt im
Leben. Auch wenn Wege nicht immer klar sind, so können wir doch sicher sein,
dass der Herr uns führen wird, und er sicher möchte, dass wir glücklich werden.
Wenn wir seine Liebe spüren dürfen, so ist das etwas, was
mir immer wieder bewusst und klar wird, dass ich das nie wieder verlieren will.
Ich glaube sehr fest daran, dass der Herr Jesus Christus
unser Erlöser ist, und er für uns einen Erlösungsplan hat, an dem wir
festhalten können. Auch wenn Wege steinig sind, oder stürmisch. Der Herr wird
uns nicht versuchen, so dass es uns überfordert, wenn wir ihm vertrauen, so
hilft er uns, auf seine Weise. Und das lässt mich sehr dankbar sein im Herzen,
weil ich genau spüren kann und konnte, dass er mir sosehr hilft, und mir auch
hilft meine Ängste zu beseitigen.
Wenn man diese starke väterliche Hand spüren kann, im
Alltag, so ist das eine grosse Freude, was einem das Herz wieder gesund macht!
Ich hoffe ich konnte ihnen vielleicht auch einen Gedanken
wecken, wo sie sich überlegen, was der Herr für einen Stellenwert hat in ihrem
Leben. Wenn sie spüren, wie gross und wieviel das ist, so ist das ein
herrliches Gefühl, und vor allem wenn man denkt, wenn man diese nicht hätte,
und wie verloren man sich dann fühlen würde!
Ich bin dem Herrn sehr dankbar, und ich glaube wirklich
dass wir in der wahren Kirche sind, die uns in unseren Bedrängnissen führt und
sicher leitet.
In diesem Sinne
ihr
Rolf Schweizer



