Ich hoffe
sie sind alle gut in das neue Jahr gekommen, aber ich wünsche ihnen noch
nachträglich ein gutes neues Jahr!
Ich möchte
ihnen gerne eine Begebenheit erzählen, im Dezember ist es so, dass wir in der
Firma immer jede Menge Aushilfen einstellen müssen, um den Stress bewältigen zu
können.
Da haben wir
schon jede Menge positive und negative Erfahrungen gemacht. Solche Leute die
einfach nur herumsitzen, so quasi, das Geld kommt auch so, oder solche, die
sich viel Mühe geben, und tatkräftig mitmachen.
Bei mir
ergab es sich, dass ich nach 20 Jahren in der Spedition, und nach meiner Burn
Out Erkrankung, etwas mehr im Lager arbeiten darf. Was für mich ein grosser
Segen ist, alles was anders ist, ist gut und eine grosse Verbesserung vom
Alltag für mich im Moment.
Da ergab es
sich, dass ich mit dem Camion mit einem halb so alten Menschen wie ich, in das
Lager musste, um Material zu holen. Die Strassenverhältnisse waren sehr extrem
wegen dem Winter, aber irgendwie ging es doch. Da kam man ins Gespräch, und man
erzählte sich gegenseitig seine Sorgen. Dieser junge Mensch erzählte, dass er
kurz vor der Scheidung stünde, sein Kind sei sehr unglücklich damit. Es plagten
ihn einige extreme Geldsorgen, er bekam nur Aushilfsjobs, wo er sehr wenig
verdienen konnte. Er erzählte mir auch, dass er bald keine Wohnung mehr habe,
weil er diese nicht mehr bezahlen könne. Es gab mir zu denken, ein knapp
zwanzigjähriger der solche schlimmen Probleme hat, und ich fing dann an dankbar
zu sein, für das was ich hatte.
Aber dem war
noch nicht genug, bei seinem letzten Job, zwang man ihn, einen überladenen
Camion zu fahren, und er bekam dann auch Ärger mit der Polizei, und man wollte
ihm den Ausweis wegnehmen.
Dieser
blickte mich an, und er meinte das er sich am liebsten das Leben nehmen wolle,
jeder Tag sei für ihn eine Belastung.
Ich selber
war traurig und nachdenklich, ich hörte ihm weiter zu, und es tat ihm gut, dass
er einfach alles sagen konnte.
Ich wusste
erst nicht was ich sagen oder tun sollte, so aber, kam mir ein Gedanke, dass
ich doch beten könnte für ihn. Also tat ich es, mehrere Male. Ich war einfach
der Überzeugung, dass diese Last einfach zu schwer war für ihn, und er darunter
anfing zu zerbrechen.
Ich finde es
schwer, wenn man in einem solchen Alter schon so viele Probleme hat.
Er habe
einige Freunde meinte er, aber er hatte ein schlechtes Gewissen, weil er ihnen
nicht auf der Tasche liegen wolle.
Nach einer
Weile, wo ich ein paarmal für ihn gebetet hatte, und die Weihnachten nahten,
meinte er erleichtert, er habe Recht bekommen vor Gericht, und er könne sein
Fahrausweis behalten. Er habe sich auch mit seiner Frau versöhnt, und sie
wollen es wieder versuchen.
Er habe
sogar ein Auto bekommen, von einem Freund, was ihn sehr glücklich stimmte, ich
glaube er konnte sogar auch bei Freunden wohnen.
Ich war
begeistert, dass seine Last leichter gemacht wurde, und erst später begriff
ich, dass der Herr mich gehört hatte, und ihm geholfen hatte.
Ich bohrte
nicht mehr nach, und am Ende vom Dezember, konnte er wieder lachen, was er am
Anfang des Monats nicht konnte.
Es gibt
manchmal Phasen im Leben, wo man das Gefühl hat, die Last ist zu schwer, man
kann sie nicht mehr ertragen, man will aufgeben. Ich selber kenne das nur zu
gut, es ist ein Kreislauf, wo das böse einem eingibt, man solle Schluss machen.
Nur dass wir dann so elend sind wie er selber, aber gerade in der Kirche fand
ich selber, sehr wertvolle Freunde, die selbstlos helfen. Eine grosse Familie
wo jeder willkommen ist, und man da ist füreinander. Das Thema Nächstenliebe
war früher immer etwas, womit ich mich schwertat, ich hörte einmal ein Zitat
aus einem Film „Wenn du jemanden helfen willst, dann dir selbst.“
Ich fand das
damals, immer passend, ich dachte, wenn nicht ich, wer dann denn?
Aber aus
heutiger Sicht, ist das natürlich Unsinn, gerade durch Nächstenliebe, erfährt
man selber viel Freude, eine Freude die kaum zu beschreiben ist.
Aber auch
die Macht des Gebets, wenn wir voller Glauben, und Liebe im Herz zum Vater im
Himmel beten, und wir ihm einen rechtschaffenen Wunsch vortragen, dann wird der
Vater im Himmel auf seine Weise eingreifen. Wenn wir wachsam sind, werden sie
es erkennen, und dann mit Freude sehen sie, wenn sie jeden Tag beten, dass der
Herr jeden Tag bei ihnen ist, und für sie sorgen möchte. Wenn sie für fremde
beten, wird er nach seinem Willen eingreifen und handeln, so wie es ihm für
richtig erscheint.
Ein
herrlicher Moment, wenn wir das spüren dürfen, ich bin wirklich sehr froh und
dankbar, dass diesem jungem Mann geholfen wurde.
Vielleicht
wollen sie auch ein Wunder geschehen lassen, probieren sie es doch mal aus, sie
werden sehen, was für eine wunderbare Freude in ihnen entsteht, und der Vater
im Himmel täglich an ihrer Seite ist!
In diesem Sinne
Ihr
Rolf Schweizer




