Dies ist keine offizielle Seite der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Samstag, 13. März 2021

Die ganze Straße

 Wenn sie an die eiserne Stange denken, da stellt man sich bildlich vor, wie lange so ein Weg sein kann. Es fällt mir schwer, an den ganzen Weg zu denken, werde ich müde auf dem Weg, oder gebe ich auf?

Aber für mich gibt es eine Denkweise, die mir selbst leichter fällt, wenn ich mir einem Weg als Ganzes vorstelle, so ist mir das oft etwas, was mich beklemmt ein bisschen, was mag da einem alles geschehen, was braucht es auch, um auf diesem langen Weg an der Stange zu bleiben. Und was erwartet der Herr von uns, auf diesem Weg, Fragen über Fragen schon wieder, die uns ins Grübeln bringen.

Bestimmt kennen sie das Buch „Momo „von Michael Ende, in einer Passage erklärt Beppo der Straßenkehrer, wie er diesen Weg versteht, und wie man ihn auch gehen kann.

Er sagt, wenn man den Weg als Ganzes ansieht, so bekommt man Angst, man strengt sich mehr an, und noch mehr, und man ist ganz außer Puste, und die Straße liegt immer noch vor einem.

So dürfe man es nie machen, man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken!

Man müsse nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Besenstrich, der kommt, und immer wieder nur an den nächsten denken, dann macht es Freude, und es ist wichtig! Man macht seine Sache gut, auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt, die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste, das ist wichtig, sagt Straßenkehrer Beppo in „Momo“

Mich haben diese Worte immer sehr beeindruckt als Kind und heute immer noch, ich glaube, wenn sie dieses Buch, oder den Film kennen, so sind sie mit mir bestimmt einig, dass man doch für gute Sachen niemals zu alt sein kann.

Beim Evangelium selbst, erschien es mir am Anfang, oft, wenn ich andere Mitglieder gesehen hatte, die so viel wussten, oft als schwer, und es machte mich auch Mutlos, werde ich das auch mal schaffen.

Ich konnte früher nie ein Zeugnis geben, weil ich stark gestottert habe, und es mir schwer fiel vor Leuten zu sprechen. Ich stand nie auf, gerade, weil ich damals ein sehr schwaches Zeugnis hatte, und ich mich nicht getraut hatte aufzustehen. Ich bewunderte immer die Leute, die nach vorne gingen, und so geistig und frei reden konnten. Ich konnte das damals überhaupt nicht, und ich war froh, wenn ich keine Ansprachen hatte. Ich musste alles peinlich genau ablesen, und war stark nervös, aber ich konnte diese Nervosität und das stottern ablegen, mit einer Entspannungs Therapie die ich damals machte, ich konnte es auswachsen. Nur schon das Buch Mormon gelesen zu haben, und davon ein Zeugnis zu bekommen, war für mich immer eine Utopie. Ich schlug es spontan auf, mit dem Gedanken, ich werde bestimmt das richtige finden. Meist geriet ich auf Kapitel, wo es mit Blutvergießen zu tun hatte, und mir grauste davor, ist das ganze Buch nur so, dachte ich damals, oder gibt es auch einen Teil, der behutsam, liebevoll, und geistig ist? Ich legte das Buch Mormon in meinem Zimmer damals irgendwo hin, wo es richtig Staub ansetzte, auch die Bibel mochte ich überhaupt nicht, es war mir einfach zu brutal das alles!

Erst viel später begriff ich, ich das ich jeden Tag, nur ein kleines Kapitel, oder einen Vers lesen kann, es braucht zwar seine Zeit, aber am Ende fing ich es an, zu lieben, und zu schätzen. Mittlerweile lese ich täglich ein Kapitel im Buch, es kann sicher sein, an manchen Tagen, das ich es verbummelt habe, das gebe ich wirklich zu, aber es ist mir zu einem großen Bedürfnis geworden, immer mein Kapitel zu lesen, und zu genießen. Die Kriegskapitel, begann ich so besser zu verstehen, und man begreift immer, warum es so sein musste! Ich selber hoffe, dass wir irgendwann, noch mehr zu lesen bekommen, oder das die Großen Platten, von denen immer die Rede ist, auch alles kommen werden.

Aber dank dem Beppo, der Straßenkehrer, habe ich gelernt, das seine Methode für mich erfolgreicher ist, und man so auch an das Ziel kommen kann, bestimmt gibt es in ihrem Leben auch Sachen, die ihnen oft als unmöglich vorkommen, aber bei dieser Methode, ist das Machbar!

Ich bin dankbar, dass ich ein Zeugnis vom Buch Mormon haben darf, dieses Buch, hält uns an der eisernen Stange auf unserem Weg, denken sie an Beppo den Straßenkehrer!

 

In diesem Sinne

Ihr

Rolf Schweizer






 


ABONNIEREN DER ELEKTRONISCHEN GEMEINDEZEITUNG

Bitte hier die E-Mail-Adresse eingeben:

Die Bestätigungs-E-Mail wird zugestellt von FeedBurner