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Montag, 12. September 2022

Vergebung

 Kennen dieses Gefühl? Gab es in ihrem Leben auch Personen in ihrem näheren Umfeld, die ihre Gefühle zutiefst verletzt haben. Auch Jahre danach hallt dies immer noch nach, es ist oft etwas was immer präsent ist, und schwer zu ertragen ist! In der Kirche lernen wir, zu vergeben, aber dieser Prozess, ist nicht immer ganz einfach. Besonders bei schweren Dingen, so fällt es einem schwer, oder man kann es nicht tun, auch wenn man es noch so versucht hat!

Man hasst die Tatsache, was diese Dinge, die passiert sind, aus einem gemacht haben, und es eigentlich gar nicht mehr um die Person geht, die dies verursacht hat! Oft wird es einem Zuviel, wenn man versucht, das Unrecht aufzuzählen, so überkommt einem dann ein Frust, und auch Wut, was einem nicht weiterbringt, und einem ausbremst im Leben! Ich habe versucht, mir Dokus anzusehen, wo andere Leute Unrecht erlitten haben, und wie sie damit umgehen!

In einer Doku, wo jemand mehrfach missbraucht wurde als Kind, bis hin als jugendlicher, er nahm später Drogen, und trank sehr viel! Im Interview meinte er, er habe gar keine andere Wahl, als so viel zu trinken, nur so könne er vergessen was da passiert ist! In meiner Nähe gab es ein Kinderheim, wo viele schlimme Dinge geschehen sind, diese Kinder erzählten uns in der Schule schauderhaftes in den Pausen. Wir versuchten es dem damaligen Lehrer zu sagen, dieser meinte damals, wir sollten uns nicht einmischen, er würde das schon selber klären! Diese Machtlosigkeit, war damals schon schwer, man nahm dies gar nicht wirklich ernst, als ob etwas nicht sein darf, was aber offensichtlich so war! Aber man tat einfach so, als ob das einfach nicht passiert wäre!

Wenn ich mich an solchen Berichten orientiere, so nimmt es mir oft den Mut, irgendwas zu unternehmen. Man hat Angst, dass es Schmerzen, und Kummer gibt, und dies dann eben alte Wunden aufreissen könnte.

Ich habe das Gefühl, wenn ich in die Kirche gehe, dass ich da immer sehr willkommen bin, und nicht auf mich hinabgeschaut wird. Wenn man vieles erlebt hat, so denkt man oft, dass man sich schämen oder verstecken sollte, aber im Grunde bringt das eben nichts!

Das Böse gibt einem ein, man sei das allerletzte, und man habe deswegen kein Anrecht auf etwas Schönes und man solle sich aus Scham verkriechen. In so einem Moment schrieb ich das, einem Apostel auf Facebook in die Kommentare. Da gab es plötzlich eine Antwort, Elder Rasband schrieb mir, „Wir sind alle Kinder Gottes, vergiss das nie“

Elder Rasband, ist mein Lieblings Apostel, was gar nicht heissen mag, das ich die anderen vermindert mag, aber das gab es noch nie, das ein Apostel der Kirche mir eine Antwort schrieb. Ich dachte immer die würden doch nie, mit so einem Menschen wie mir reden, aber sie tun es eben doch. Und das stellte mich auf, bei einer solchen Tatsache, wenn man darüber nachdenkt, so macht einem das wieder viel Mut, und man geht den Weg wieder vorwärts!

Aber wie soll man vergeben, ich betete oft zum Vater, und fragte ihn um Rat, so spürte ich, dass ich Christus zu Hilfe nehmen muss. Er musste ja so viel Unrecht ertragen, aber er nahm es auf sich, und ertrug alles! Er war seinen Peinigern auch nicht böse, das ist immer etwas, wo ich ihn auch immer sehr bewundere. Es gibt ein Bild, was ich in einer anderen Kirche sah, wo Christus, das Kreuz auf dem Rücken trägt, er liegt am Boden, und man schlägt immer noch auf ihn ein, dieses Bild, kann ich oft kaum ertragen, weil es mich zutiefst trifft, und ich oft gewisse Menschen nicht begreifen kann.

Aber ich weiss, dass Christus unser Erlöser ist, und er einem damit helfen kann, wenn es Dinge gibt, die einem das Herz gebrochen haben, und einem wehgetan wurde! Beruflich, wurde mir viel übel mitgespielt, beinahe täglich, ich schwieg oft aus Angst, den Job zu verlieren, und wegen des Geldes und auch hatte ich Angst vor Arbeitslosigkeit. Es gibt Situationen, wo es einem leicht fällt zu vergeben, ich habe gesehen, das eine Person die ich kenne schwer krank ist, und so verblasst der Schmerz was einem diese Person angetan hatte, es fällt einem leichter zu vergeben. Es ist keine leichte Sache, aber es wurmt einem auch, wenn man oft erst dann einem solche Menschen vergeben kann, wenn es ihm schlecht geht. Am Ende spüre ich, wenn ich vergebe, dann wird die Last leichter auf meinen Schultern, man fühlt sich freier und man ist wieder in der Lage, bestimmte Dinge zu geniessen im Leben! Wenn ich die Lebensgeschichte von Joseph Smith lese, ein einfacher Bauernjunge, der eine solche Erscheinung haben durfte, das gibt Mut und motiviert einem sehr. Ich habe davon ein Zeugnis, und bin dankbar, dass der Heilige Geist da ist für uns alle, und er einem tröstet, Mut gibt, inspiriert, so bin ich für dieses herrliche Wunder Gottes dankbar. Dieses göttliche wertvolle Wesen, führte mich schon zu den interessantesten Leuten, die für mich wichtig sind. Wenn ich spüre, das eine Eingebung kommt, und ich merke, dass es etwas Gutes ist, dann tue ich es, man fragt sich dann, wem nutzt dies, und wenn man merkt, dass es jemand eine Freude macht, dann ist es eine Eingebung vom Heiligen Geist! Ich glaube es ist nie verkehrt Hilfe anzunehmen, und auch besonders die Hilfe von Gott, das schlimmste ist, wenn man es unter den Teppich kehrt, und so tut, als ob nichts passiert ist. So wird der Schmerz nur grösser, aber wenn wir das Abendmahl einnehmen, so dürfen wir spüren, dass der Herr mit uns ist, und er uns helfen wird in unseren Bedrängnissen. Die Last Christi, ist nicht schwer, und drückt nicht! Ich muss nur lernen, dass dies Leben auch Freude ist, das ist eine Sache, die ich noch lernen muss. Mit dem Evangelium und mit dem Vater im Himmel an meiner Seite, weiss ich, dass es nicht schiefgehen kann, und ich meinen Weg weitergehen kann, und ich so an der eisernen Stange bleiben kann!   

 

In diesem Sinne

Ihr

Rolf Schweizer






 

 


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