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Sonntag, 15. Februar 2015

Geistiger Gedanke - Februar

Nur meine Nachbarskatze

Nach einem Arbeitstag  gehe ich oft in den Garten und geniesse es, kleine Arbeiten zu erledigen.
Leider  lieben die vielen Katzen meiner Nachbarn  meinen Garten ebenso und hinterlassen immer wieder ihre übelriechenden Exkremente. So gehört  es zu meinen regelmässigen Arbeiten, den Kot ein zu sammeln.

Natürlich wäre es mir lieber, ich müsste dies nicht tun und so verjage ich die Katzen, wenn sie mir über den Weg laufen.
An einem schönen Sommertag sitze ich gemütlich im Garten als eine der zwei  Katzen mit rötlichem Fell  heranschleicht. Ich bin erstaunt, denn eigentlich meiden mich die Katzen. Ich nehme mein Wasserglas und überschütte sie mit Wasser. Die Katze reagiert völlig ungewohnt; anstatt so rasch wie möglich das Weite zu suchen, streicht sie mir ums Bein und schaut mich traurig an als würde sie mir sagen „musste dies jetzt auch noch sein“?

In der nächsten Woche bin ich zu Besuch bei meiner Nachbarin und zufälligerweise kommen wir auf das Thema  Katzen zu sprechen und ich schildere ihr meine Erfahrung mit der rötlichen Katze.

Sie erklärt mir, dass die Nachbarn zwei neue Katzen haben und diese rötliche alte Katze aus ihrem Revier verjagt haben  und sie sich deshalb ständig auf unserem Grundstück aufhält; dort habe sie ihre Ruhe.

Denken sie, dass ich die alte Katze immer noch verjage?

Wie oft würden wir gegenüber unseren Mitmenschen anders handeln, wenn wir ihre Geschichte, ihre Beweggründe, ihre Ängste und Sorgen kennen würden. Was aus unserer Sichtweise vielleicht offensichtlich scheint, kann aus der Perspektive des  Gegenübers ganz anders aussehen.

In Lukas 10: 25-37 lesen wir die Geschichte des barmherzigen Samariters; sie lehrt uns, über unsere begrenzte Perspektive hinaus so zu handeln wie es uns Jesus Christus vorgelebt hat.

Zum Glück wird es wieder bald Frühling und ich kann wieder im Garten arbeiten. Ob die arme alte rötliche Katze den Winter wohl gut überstanden hat?


Roland Diezi

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