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Sonntag, 24. Januar 2016

Das Wirken des Tempels



Ich möchte ihnen von einem Erlebnis erzählen, was mir bis heute in Erinnerung ist.
Vor 4 Jahren besuchten wir mit der Gemeinde den Tempel in Bern, ich entschloss mich auch mitzugehen. Ich wollte Fotos machen vom Tempel und ein Foto von der Gemeinde.
Ich war nicht besonders vorbereitet, und ich freute mich aber, da ich den Tempel von Bern noch nie gesehen hatte. Als wir ankamen, da spürte ich schon leicht eine besondere Stimmung, als wir ausstiegen. Alles freute sich auf den Tempel besuch und die heiligen Handlungen die vollzogen werden konnten, und auf dieses Erlebnis.
Ich selber war erst nur auf meine Bilder konzentriert, die ich machen wollte.
Ich erinnerte mich plötzlich als ich Anfing, dass meine Grossmutter ein Bild an der Wand vom Berner Tempel hatte.
Ich setzte mir ein Ziel, dass ich ein gleiches oder ähnliches Bild machen wollte.
Als ich mit dem fotografieren anfing, waren auch schon die Mitglieder im Tempel beschäftigt.
Am Anfang machte mir das Spass, die Bilder zu machen. Plötzlich kam ein Moment, wo ich anfing nachzudenken. Ich durfte noch nicht hinein, weil ich nicht würdig war. Und auch hatte ich keine Vorbereitung auf diesen Moment.
Ich erinnerte mich daran, wie ich mit 14 Jahren den Tempel in Frankfurt besuchte, es kam mir damals wie eine Klassenfahrt vor. Man hörte Musik, man unterhielt sich über alles Mögliche.
Ich wusste damals nicht genau wie heilig der Tempel ist, ich dachte wenn ich da hinein gehe, dann komme das von selbst. Ich sass da, und spürte, dass es ein schöner ruhiger Ort ist.
Aber auch nicht mehr, ich verstand die Welt nicht mehr, und war bitter enttäuscht.
Ich hatte damals auch Probleme die heiligen Schriften zu verstehen, ich kam oft auf Kapitel, wo es um Kriege ging, ich fand das immer sehr brutal, und hörte dann wieder auf zu lesen.
Ich konnte es nicht verstehen, was man daran schön finden konnte. Als ich damals auch beim Tempel kein Gefühl entwickeln konnte, weil ich mich nicht vorbereitete, so fing ich mich immer mehr an zu entfernen von der Kirche.
Bis ich dann schliesslich ganz weg war, und davon nichts mehr wissen wollte. Ich war immer bitter enttäuscht deswegen. Leider verstehe ich erst heute warum, ich hatte damals nichts getan dafür, ich dachte, alles komme von selber, und man könne das einfach wie eine Unterhaltungs Sendung anschalten, und dann nach Lust und Laune wieder ausschalten.
Ich bemerkte gar nicht, dass ich das Evangelium innerlich ablehnte, gerade weil ich vieles nicht verstand.
Über solche Dinge dachte ich also beim Tempel nach in Bern, mir fiel dann auf, dass ich plötzlich mich furchtbar fühlte, und dann ein Gedanke oder Einflüsterung kam, dass es doch so sei wie es ist, wenn es darauf an kommt, stehst du alleine draussen. Ich fühlte mich alleine und dachte wieder daran, ob es wohl ein Fehler war, wieder in die Kirche zu gehen.
Ich dachte schon darüber nach, nicht mehr zu gehen, alles kam mir plötzlich hoch. Ich überlegte sogar, den Bus oder Zug zu nehmen, um so schnell wie möglich nach Hause zu kommen. Da plötzlich, kam ein Gedanke, dass ich zum Haupteingang gehen solle, wo die Klassen abgehalten wurden. Ich ging hinein und sah dort dann unseren Bischof, der gerade eine Klasse fertig hatte. Ich war sehr traurig und blickte trübselig zum Fenster hinaus, wo man den Tempel Eingang sehen konnte. Plötzlich kam der Bischof auf mich zu, und munterte mich auf, nicht aufzugeben, und ich solle mir klar machen, welche Fortschritte schon passiert seien. Das munterte mich so sehr auf, dass ich plötzlich den Wunsch entwickelte, einen neuen Anfang zu machen, und Schritt für Schritt dazuzulernen, um auch einmal in den Tempel gehen zu können.
Ich bin unserem Bischof bis heute sehr dankbar von ganzem Herzen, für diese Aufmunterung, wo ich heute das Gefühl habe, dass er geführt wurde.


Es ist wichtig, dass man würdig ist, in den Tempel zu gehen, und das man sich vor allem, gut darauf vorbereitet, um genau zu wissen, um was es geht.
Ich glaube mein erster Tempel Besuch, lernte mich, das genau das wichtig ist, gut vorbereitet zu sein.
Aber es ist schon ein Wunder für mich, dass ich nicht einmal den Tempel in Bern betreten hatte, aber so etwas Gutes passierte, so dass ich den Wunsch entwickelte, mehr Glauben zu entwickeln, und mich darauf vorbereiten, würdig zu sein.
Ich glaube dass der Tempel ein Gotteshaus ist, wo man gute geistige Erlebnisse haben kann, und verstorbenen Leuten oder Vorfahren helfen kann. Und es ist auch ein Haus des Lernens, wo ich schon von aussen etwas lernen durfte, und wo mir die Richtung im Leben gewiesen wurde, ganz behutsam, aber dann mit einer kraftvollen Wirkung.
Ich spüre dass dies das wahre Evangelium ist, und dass Christus unser Erlöser ist. Ich bin sehr dankbar, dass wir auch die freie Entscheidung erhalten haben, so dass wir uns von ganzem Herzen für das Evangelium entscheiden können.
Ich bin mir sicher, dass auch sie schon wertvolle Erlebnisse im Tempel hatten, und diese ihr Leben beeinflusst haben.
In diesem Sinne
Ihr
Rolf Schweizer

Anmerkung: Dieses Bild ist von diesem Tempelbesuch, und erinnert mich immer gerne daran!


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