Ich möchte
ihnen von einem Erlebnis erzählen, was mir bis heute in Erinnerung ist.
Vor 4 Jahren
besuchten wir mit der Gemeinde den Tempel in Bern, ich entschloss mich auch
mitzugehen. Ich wollte Fotos machen vom Tempel und ein Foto von der Gemeinde.
Ich war
nicht besonders vorbereitet, und ich freute mich aber, da ich den Tempel von
Bern noch nie gesehen hatte. Als wir ankamen, da spürte ich schon leicht eine
besondere Stimmung, als wir ausstiegen. Alles freute sich auf den Tempel besuch
und die heiligen Handlungen die vollzogen werden konnten, und auf dieses
Erlebnis.
Ich selber
war erst nur auf meine Bilder konzentriert, die ich machen wollte.
Ich
erinnerte mich plötzlich als ich Anfing, dass meine Grossmutter ein Bild an der
Wand vom Berner Tempel hatte.
Ich setzte
mir ein Ziel, dass ich ein gleiches oder ähnliches Bild machen wollte.
Als ich mit
dem fotografieren anfing, waren auch schon die Mitglieder im Tempel
beschäftigt.
Am Anfang
machte mir das Spass, die Bilder zu machen. Plötzlich kam ein Moment, wo ich
anfing nachzudenken. Ich durfte noch nicht hinein, weil ich nicht würdig war.
Und auch hatte ich keine Vorbereitung auf diesen Moment.
Ich
erinnerte mich daran, wie ich mit 14 Jahren den Tempel in Frankfurt besuchte,
es kam mir damals wie eine Klassenfahrt vor. Man hörte Musik, man unterhielt
sich über alles Mögliche.
Ich wusste
damals nicht genau wie heilig der Tempel ist, ich dachte wenn ich da hinein
gehe, dann komme das von selbst. Ich sass da, und spürte, dass es ein schöner
ruhiger Ort ist.
Aber auch
nicht mehr, ich verstand die Welt nicht mehr, und war bitter enttäuscht.
Ich hatte
damals auch Probleme die heiligen Schriften zu verstehen, ich kam oft auf
Kapitel, wo es um Kriege ging, ich fand das immer sehr brutal, und hörte dann
wieder auf zu lesen.
Ich konnte
es nicht verstehen, was man daran schön finden konnte. Als ich damals auch beim
Tempel kein Gefühl entwickeln konnte, weil ich mich nicht vorbereitete, so fing
ich mich immer mehr an zu entfernen von der Kirche.
Bis ich dann
schliesslich ganz weg war, und davon nichts mehr wissen wollte. Ich war immer
bitter enttäuscht deswegen. Leider verstehe ich erst heute warum, ich hatte
damals nichts getan dafür, ich dachte, alles komme von selber, und man könne
das einfach wie eine Unterhaltungs Sendung anschalten, und dann nach Lust und
Laune wieder ausschalten.
Ich bemerkte
gar nicht, dass ich das Evangelium innerlich ablehnte, gerade weil ich vieles
nicht verstand.
Über solche
Dinge dachte ich also beim Tempel nach in Bern, mir fiel dann auf, dass ich
plötzlich mich furchtbar fühlte, und dann ein Gedanke oder Einflüsterung kam,
dass es doch so sei wie es ist, wenn es darauf an kommt, stehst du alleine
draussen. Ich fühlte mich alleine und dachte wieder daran, ob es wohl ein
Fehler war, wieder in die Kirche zu gehen.
Ich dachte
schon darüber nach, nicht mehr zu gehen, alles kam mir plötzlich hoch. Ich
überlegte sogar, den Bus oder Zug zu nehmen, um so schnell wie möglich nach
Hause zu kommen. Da plötzlich, kam ein Gedanke, dass ich zum Haupteingang gehen
solle, wo die Klassen abgehalten wurden. Ich ging hinein und sah dort dann
unseren Bischof, der gerade eine Klasse fertig hatte. Ich war sehr traurig und
blickte trübselig zum Fenster hinaus, wo man den Tempel Eingang sehen konnte.
Plötzlich kam der Bischof auf mich zu, und munterte mich auf, nicht aufzugeben,
und ich solle mir klar machen, welche Fortschritte schon passiert seien. Das
munterte mich so sehr auf, dass ich plötzlich den Wunsch entwickelte, einen
neuen Anfang zu machen, und Schritt für Schritt dazuzulernen, um auch einmal in
den Tempel gehen zu können.
Ich bin
unserem Bischof bis heute sehr dankbar von ganzem Herzen, für diese
Aufmunterung, wo ich heute das Gefühl habe, dass er geführt wurde.
Es ist
wichtig, dass man würdig ist, in den Tempel zu gehen, und das man sich vor
allem, gut darauf vorbereitet, um genau zu wissen, um was es geht.
Ich glaube
mein erster Tempel Besuch, lernte mich, das genau das wichtig ist, gut
vorbereitet zu sein.
Aber es ist
schon ein Wunder für mich, dass ich nicht einmal den Tempel in Bern betreten
hatte, aber so etwas Gutes passierte, so dass ich den Wunsch entwickelte, mehr
Glauben zu entwickeln, und mich darauf vorbereiten, würdig zu sein.
Ich glaube dass
der Tempel ein Gotteshaus ist, wo man gute geistige Erlebnisse haben kann, und
verstorbenen Leuten oder Vorfahren helfen kann. Und es ist auch ein Haus des
Lernens, wo ich schon von aussen etwas lernen durfte, und wo mir die Richtung
im Leben gewiesen wurde, ganz behutsam, aber dann mit einer kraftvollen
Wirkung.
Ich spüre dass
dies das wahre Evangelium ist, und dass Christus unser Erlöser ist. Ich bin
sehr dankbar, dass wir auch die freie Entscheidung erhalten haben, so dass wir
uns von ganzem Herzen für das Evangelium entscheiden können.
Ich bin mir
sicher, dass auch sie schon wertvolle Erlebnisse im Tempel hatten, und diese
ihr Leben beeinflusst haben.
In diesem Sinne
Ihr
Rolf Schweizer
Anmerkung: Dieses Bild ist von diesem Tempelbesuch, und erinnert mich immer gerne daran!