Liebe Geschwister,
Ging es ihnen als Kind auch schon so, es wurde gefastet,
und man verstand dabei nicht worum es geht? Man hielt das nicht aus, und
mogelte dabei etwas, so wie ich das lange immer tat als Kind.
Ich begriff damals nicht worum es dabei geht, ich hatte
keinen Begriff, dass man durch das Fasten dem Herrn näher ist, und man so einen
stärkeren Geist hat, und das man Antwort vom Herrn bekommt.
Ich selber mochte das Fasten jahrelang nicht, ich konnte
das einfach nicht aushalten, so lange nichts zu essen, bis ich es dann ganz
lies, und ich nicht mehr gefastet habe. Vielleicht war das auch ein Punkt in
meinem Leben, wo ich selber noch kein Zeugnis hatte vom Evangelium. Man tat es
ohne Glauben, und man machte es einfach, weil es andere auch machten, und dies
ebenso Sitte ist.
Aber glücklicherweise durfte ich auch sehr gerne älter
werden, und durfte die Antwort dazu finden.
Ich glaube wirklich, dass absolut wichtigste ist, dass
wir den Herrn und sein Evangelium lieben, mit unserem ganzen Herzen. Wenn wir
diese Liebe entwickeln, und sehen, dass unsere Kirche wirklich auf dieser
wunderbaren Liebe aufgebaut ist, so fangen wir an, seine Gebote an zu lieben.
Er gab uns diese Gebote, weil er möchte dass es uns gut
geht, auch wenn einem nicht alles gelingt, oder man noch gewisse Schwächen hat
im Leben, aber der Herr wünscht sich, dass wir wieder zu ihm zurückkehren
können.
Als ich versuchte und merkte, dass ich die Liebe als
Grundlage nehmen muss und kann, und aus dieser Liebe heraus, entwickelte sich
der Wunsch, dass ich endlich in meinem Alter auch richtig fasten kann.
Gerade weil ich auf eine Antwort und um einen Rat hoffte,
den ich brauchte, so probierte ich es erst kürzlich mit dem fasten.
Es war erstaunlich, ich hatte wirklich diesen Wunsch,
endlich fasten zu können, um den Herrn nahe zu sein, und eine Weisung von ihm
zu erhalten, er gab sie mir dann auch, und die Antwort, war wirklich genau das
was ich brauchte im Moment.
So durfte ich erfahren, dass das Fasten eine schöne Sache
ist, wo ich nicht mehr gelitten habe, wie als Kind, und dann auch mogelte,
sondern ich genoss es wirklich.
Gerade so konnte ich plötzlich einen wunderbaren frieden
spüren, den ich einen Tag zuvor nicht spüren konnte.
So durfte ich das Fasten als etwas sehr Schönes erfahren,
ich spürte, dass der Herr mir einen Antwort gab, die ich brauchte, nach der
Meinung des Herrn.
Aber so darf ich ohne Stolz, aber mit Freude erkennen,
dass ich endlich den Sinn dahinter erfahren und lernen konnte.
Gerade wenn wir an unseren Herrn denken, der vierzig Tag
gefastet hatte, es ist klar, dass ein normaler Mensch so etwas nicht schaffen
kann. Aber der Herr machte es uns vor, so dass wir es ihm gleichtun. Vielleicht
nicht gerade vierzig Tag lang, aber doch etwa 24 Stunden.
Ich selber kann wirklich sagen, dass das Leben wirklich
ein Lernprozess ist, und wir wirklich dabei sind, dazuzulernen.
In unserer Kirche ist es so, dass es immer Punkte gibt,
die uns schwerfallen, oder dass wir den Sinn dahinter nicht verstanden haben.
Aber es ist immer sehr schön zu spüren, wenn wir uns langsam an die Sachen
herantasten können, um so den Sinn verstehen zu können.
Aber das wichtigste für mich war und ist, wenn glaube
ohne Liebe praktiziert wird, entsteht Fanatismus. Etwas was gar nicht gesund
ist, besonders nicht, wenn man in seinen Teenager Jahren zur Kirche gekommen
ist wie ich.
Aber ich durfte mit Freude erkennen, wenn Glaube mit
Liebe praktiziert wird, wieviel Freude einem die Kirche machen kann, und wie
man freiwillig und mit Freude Sachen macht, Sachen die man früher ungerne
gemacht hat.
Aber es war immer mein Wunsch, endlich richtig fasten zu
können, mir gelang das lange nicht, aber ich bin dankbar, dass ich das durch
viele gute Leute lernen durfte.
Ich glaube sehr daran, dass wir durch fasten viel
bewirken können, und uns selber oder auch andere helfen können, und wenn wir es
so tun wie der Herr es uns vorgibt, dann bekommt man ganz bestimmt eine
Antwort.
Ich bin sicher, dass sie auch schon Antworten bekommen
haben, als sie gefastet haben, aber wenn es vielleicht jemand gibt, der das
noch nicht kann, so hoffe ich, dass sie es auch noch entdecken werden, umso
dann auch die Nähe des Herrn spüren zu können und Antworten erhalten können.
Liebe Geschwister, ich möchte ihnen allen einen schönen
Urlaub wünschen, und ich hoffe das sie sich recht gut erholen können, bitte
denken sie auch an Leute, die jetzt im Sommer arbeiten müssen, wenn sie möchten
sprechen sie doch für solche Leute ein Gebet.
In diesem Sinne
Ihr
Rolf Schweizer




