Liebe Geschwister,
Manchmal gibt einem das Leben Begegnungen, die man nicht
mehr so schnell vergisst, oder die einem auch wachrütteln.
Eines Morgens las ich die Zeitung in der Firma, und da
war ein kleiner Artikel über ein älteres Ehepaar, das schon seit 60 Jahren
miteinander verheiratet ist. Er ist achtzig und sie schon 83 jahre alt. Sie
hatte vor Jahren einen Schlaganfall und ist seitdem auf Hilfe angewiesen. Im
Artikel stand, dass der Mann alles macht für seine Frau, Tag und Nacht. Als ich
näher hinschaute, bemerkte ich, dass dieses Ehepaar bei mir in der Nähe wohnt. Der
Mann führte auch aus, dass er alles selber bezahlen müsse, und er bald nicht
mehr kann. Den ganzen Tag ging mir das nicht mehr aus dem Kopf, und ich musste
immer daran denken, was man da tun kann. In der Zeitung stand auch, dass in einem
sozialen Netzwerk gesammelt wird für die beiden. Ich selber habe mit sozialen
Netzwerken wie Facebook absolut nichts am Hut, aber versuchte dann
herauszubekommen, wo die beiden genau wohnen.
In der Zeitung wurden sie beide mit Namen erwähnt, so war
das ein leichtes, dass herauszufinden.
Mir kam der Gedanke, ich könnte auch eine Kleinigkeit
geben, und ich schrieb eine Karte, und steckte etwas Geld in das Couvert. Meine
Mutter machte dann spontan auch mit. Ich fuhr zu diesem Haus hin, und es war
leider niemand da. Also steckte ich es in den Briefkasten und ging dann wieder.
Ich war etwas enttäuscht, ich hätte die beiden sehr gerne kennengelernt, aber
wer weiss.
Aber ich hatte auf der Karte meine Nummer und Adresse
aufgeschrieben, und ihm Hilfe angeboten.
Ein paar Tage vergingen, und dann klingelte plötzlich
mein Telefon, am Ende war dieser Mann der seine Frau pflegte. Er bedankte sich
von Herzen, und erzählte mir, dass seine Freunde sich gar nicht gemeldet
hätten, und wildfremde Menschen ihm Hilfe angeboten haben. Ich selber meinte zu
ihm, dass mir das sehr bekannt vorkam. Ich hatte das vor Jahren auch erlebt,
als ich mich um einen Freund kümmerte, und feststellen musste, dass sogenannte
Freunde, gar keine waren. Und man im Grunde einfach alleine damit war.
Wir unterhielten uns eine Weile, und dann lud er mich
spontan ein, um den Nachmittag bei ihm zu verbringen.
Ich ging also wieder zu dem Haus, und da lernte ich ihn
kennen. Ein sehr netter und freundlicher Mann, der sich in jeder Minute um
seine Frau kümmerte. Wir sassen dann auf dem Balkon, und tranken etwas
miteinander.
Seine Frau sass auch mit uns zusammen, sich kann sich
nicht mehr mitteilen, und sich braucht Hilfe beim Gehen.
Er meinte dann zu mir, ich solle sie doch stützen, und
ihr helfen beim Gehen.
Sie machte das sehr fabelhaft, und man brauchte sich nur
bei der Hand nehmen, und sie zu stützen, so dass sie nicht hinfiel.
Ich sah wieviel Arbeit und Mühe das ist, aber ich sah
auch, wie sich dieses Paar innig und fest liebt.
Er meinte auch, dass er es nicht ertragen könne, von ihr
getrennt zu sein, und dass dies sein sicherer Tod wäre.
Aber das erfreuliche war und ist auch, dass diverse Leute
angerufen haben, die gerne einfach etwas helfen möchten.
Er erzählte mir auch, wie es dazu kam, sie hatte immer
etwas zu hohen Blutdruck. Und sie hätte auch Medikamente nehmen sollen
deswegen. Sie vergass es diese Tabletten einzunehmen, und so passierte dann
dieser Schlaganfall. Er zeigte mir die Tabletten, und da fiel es mir wie
Schuppen von den Augen, das waren die gleichen Tabletten, die ich auch nehmen
sollte. Aber auch ich hatte es oft vergessen. Er warnte mich eindringlich,
diese zu nehmen, und den Blutdruck im Auge zu behalten.
Er erzählte mir klar, was er beruflich alles gemacht
hatte, und das er diverse Firmen und Arbeiter unter sich gehabt hatte. Es war
erstaunlich was er alles gemacht hat, und wie das Leben dann so gespielt hatte.
Nur in Sachen Religion, hatte er eine klare Meinung, und
sagte auch, dass er das Glaube was er wollte.
Es war ein wunderbarer Nachmittag, der mir so schnell
nicht mehr aus dem Sinn kommen wird.
Ich glaube daran wirklich, dass wir in unserer Kirche in
der Lage sind, eine ewige Ehe zu führen.
Auch wenn das Leben, oft mit einem schlimme Dinge macht,
aber wenn wir an die Ewigkeit denken, so verändert das in einem alles und
komplett. Das materielle wird unwichtig, und man fängt zu erkennen was wichtig
ist und was nicht. Wie es in der Schrift heisst, ihr sollt euch Schätze im
Himmel sammeln, und nicht materielle Dinge, die doch nur irgendwann zu Staub
zerfallen.
Heute macht das sehr viel Sinn für mich, früher hätte ich
vermutlich gar nicht reagiert auf diesen Artikel, und hätte nichts gemacht.
Aber ich selber bin dankbar, für den heiligen Geist, der
einem die richtigen Dinge eingibt, und einem führt im Leben.
Ich glaube stark daran, dass einem solche Sachen, den
Horizont erweitern können, und man selber dazulernt.
Aber auch dankbar zu sein, dass man gesund ist, und vor allem das man die Tabletten einnimmt, die man einnehmen sollte, und das man immer seinen Blutdruck im Auge behält.
Aber auch dankbar zu sein, dass man gesund ist, und vor allem das man die Tabletten einnimmt, die man einnehmen sollte, und das man immer seinen Blutdruck im Auge behält.
Ich hätte mir das nie gedacht, was ein Schlaganfall alles
auslösen kann, und vor allem wie.
Ich erkenne klar, dass wir wirklich im Leben hier da sind
um zu lernen, und zu wachsen, aber auch um zu helfen, wenn wir können.
Ich bin dankbar für die Schriften, die einem solche Dinge
beibringen, und dass man vom heiligen Geist geführt wird.
Ich glaube fest daran, dass Christus unser Erlöser ist,
und dass er das Sühnopfer vollbracht hat, so dass wir wieder auferstehen
können.
Gerade in unserer Kirche durfte ich auch erkennen, was
richtige Freundschaft ist, und das man füreinander da ist, und vor allem das es
bei uns keine Gleichgültigkeit gibt, das ist etwas Wunderbares für das ich sehr
dankbar bin.
In diesem Sinne
Ihr
Rolf Schweizer




