Ich glaube diese Frage haben wir uns sicher alle schon
einmal gestellt in der Kirche oder in anderen Bereichen. Wir denken oft, dass
andere besonders in der Kirche besser sind, ihnen gelingt immer alles, sie
können gleich alles auf Anhieb, sie sind in all ihren Dingen immer erfolgreich.
Man fragt sich oft, warum gelingen mir diese Dinge nicht,
und weshalb muss ich für ein paar kleine Erfolge so hart arbeiten. Anderen
fällt alles viel leichter von der Hand, und sie leben alle in glücklichen
Familien, wo alle der Kirche angehören, oder sie sind alle erfolgreich in ihren
Berufen, und sie waren alle gut in der Schule.
Solche Gedanken können einem oft sehr frustrieren, und
man fühlt sich traurig, warum man den nicht auch mal so sein könnte.
Solche Gedanken, haben mich auch oft selber belastet, vor
allem wenn ich ganze Familien gesehen habe in der Kirche, die alle gemeinsam in
die Kirche gehen können.
Wobei bei mir nicht alle in der Familie bekehrt sind, und
wir nicht gemeinsam in die Kirche gehen können.
Aber mit dieser Blickweise verliert man dabei den Blick
auf das wesentliche, man kommt vom richtigen Weg ab, und sieht seine eigenen
Erfolge nicht mehr.
Wenn wir uns auf selbst konzentrieren, so erkennen sie
bestimmt Dinge, die sie erfolgreich gemeistert haben. Und auf diesem Wege
erkennen sie, dass andere auch ihre Probleme haben, und oft mit Dingen zu
kämpfen haben, die wir oft nicht glauben.
Am Sonntag geht es ja nicht vordergründig darum, unsere
Perfektheit zur Schau zu stellen. Jemand meinte in einer Ansprache, wir wären
alle kaputte Autos, die eben am Sonntag in die Reparatur müssten.
Wir alle haben Fehler an denen wir arbeiten müssen, es
hilft uns aber nicht, wenn wir uns an anderen orientieren, und das Gefühl
haben, versagt zu haben.
Ich habe oft den Eindruck, dass ich nur aus Fehlern bestehe,
oder in meinem Leben alles falsch gemacht habe. Aber da fehlt mir oft die
Blickweise, was meine Aufgabe ist, und was ich schon erreichen durfte, mit der
Hilfe des Herrn.
Am Anfang in der Kirche, fand ich mich selbst so
peinlich, dass ich oft dort hinsass, wo ich hoffte, dass mich keiner sieht.
Aber solche Denkmuster, haben mir nicht viel geholfen,
und auch daran muss ich sehr stark arbeiten. Wenn ich aber nachdenke, was aber
gut gelaufen ist, und ich erreicht habe, so macht mich das wieder glücklich,
ohne damit angeben zu wollen.
Gerade in der Kirche, wo wir eine liebevolle Gemeinschaft
sind, und wir nicht aufeinander herabschauen, sondern einfach da sind
füreinander, so können wir doch sicher erleichtert sein, dorthin gehen zu
können, und voneinander zu lernen.
Viele Menschen besitzen wunderbare Talente, die uns oft
helfen können, in unserem Leben.
Aber fragen sie sich nicht, warum sie nicht wie die
anderen sein können, versuchen sie sich vorzustellen, was sie in ihrem
Vorirdischen Leben vorgenommen haben.
Ich glaube das kann ihnen helfen, diese Dinge abzulegen,
auch wenn nicht immer alles gelingt, so gibt es bestimmt einige Sachen, die sie
ganz sicher gut gemacht haben, und der Vater im Himmel sich sehr gefreut hat,
dass sie dies so gemacht haben, oder sich so entschieden haben.
Er verlangt auch, dass wir uns selbst lieben sollen, ein
Punkt indem ich noch sehr viel Mühe habe, wie ich zugeben muss. Ich selbst bin
oft vernichtend mir selbst gegenüber, und denke eben oft, dass ich alles falsch
mache.
Aber in einem Lied, was ich sehr mag, heisst es“ With a
Little Love, you will Survive“. In Deutsch heisst es, „mit ein bisschen Liebe,
wirst du überleben“. Und dieses Prinzip hat mir immer geholfen,
weiterzumachen. Auch wenn ich sicher
viele falsche Entscheidungen getroffen habe im Leben, wenn ich mich jeden
Tag zum Herrn bekenne und Entscheide, so kann das gar nicht falsch sein.
Wenn wir uns gemäss unserem Talent dazu entscheiden, den
Weg mit Christus zu gehen, so kann das nie etwas falsches sein. Wenn sogar
Propheten und Apostel sich bekennen Mühe zu haben mit gewissen Dingen, so spüre
ich dass ich am richtigen Ort bin. Unser verstorbener Prophet habe oft im
Primarverein, sich unmöglich benommen, er lernte aber dann mitzumachen im
Unterricht.
Das beste Beispiel ist doch sicher Joseph Smith, der ein
einfacher Bauernjunge war, und eine durchschnittliche Schulbildung hatte, und trotzdem die Kirche wiederhergestellt
hatte.
So sehen wir doch, dass wir alle nicht perfekt sind, und
uns mit unseren Schwierigkeiten an Christus wenden können. Er selber war
perfekt, und gab uns jede Menge Beispiele, und Hilfen, die uns eben helfen auf
dem Weg an der eisernen Stange zu bleiben!
Wir können immer viel erreichen mit seiner Hilfe!
Entscheiden sie sich auch trotz ihren Fehlern, mit
Christus zu gehen, ich gebe ihnen mein Zeugnis, wenn sie versuchen seine Gebote
zu halten, dann werden sie einen wunderbaren inneren Frieden spüren, denn man
mit weltlichen Dingen nicht spüren kann. Er verlangt nicht von ihnen, dass sie
alles auf einmal können müssen, und wenn sie es nicht können, dann wartet schon
die Hölle auf uns.
Jeder bekommt die Zeit die er braucht, um die Dinge zu
erreichen, der Erretter hat eine göttliche Geduld mit uns, und fordert uns auf,
jeden Tag unser Bestes zu geben!
In der Kirche sind wir immer füreinander da, und das kann
uns freuen, wenn wir ein Teil davon sein können, wenn wir ihm alle gemeinsam
nachfolgen, und der Heilige Geist, uns führen wird, dann kann es gar nicht
schiefgehen!
In diesem Sinne
ihr
Rolf Schweizer




