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Sonntag, 15. September 2019

Eine harmlose Busfahrt





Ich möchte ihnen gerne eine Geschichte erzählen, was ich früher als Kind einmal erlebte, und mir wieder in den Sinn kam. Ich war noch ein ganz kleiner Junge, der in den Kindergarten musste. Es war Sommer, und draussen schien die Sonne. Ich hatte als Junge immer das Glück, dass mich von zu Hause ein Schulbus abholte, und ich so in den Kindergarten kam. Ich wartete an diesem Morgen auf den Schulbus, aber er kam und kam einfach nicht. Ich wurde schon ganz nervös und meine Mutter schaute aus dem Fenster, und auch sie wurde langsam ungeduldig. Da kam plötzlich ein anderer Bus, er war rot, und nicht wie gewohnt gelb. Er hielt an und ich war skeptisch, und ich hielt mich zurück.
Der Fahrer kurbelte das Fenster herunter, und sprach mich an, dass ich einsteigen solle. Ich sagte nein, das sei doch der falsche Bus, der mich in den Kindergarten fährt. Der Fahrer meinte, dass er doch der richtige sei, und dass der andere nicht mehr kommen würde. Ich glaubte dies dem Fahrer und stieg ein, weil ich dachte, dies sei der richtige. Ich erinnere mich noch, dass meine Mutter aus dem Fenster schaute, und sie etwas gerufen hatte, sie war ausser sich. Der Bus fuhr los, und als er ein Stück gefahren war, da bemerkte ich dass er an dem Kindergarten vorbeifuhr, und ich bekam grosse Angst.  In dem Bus wo ich sass, war für Hilfsschüler, Kinder mit leichten Behinderungen, ich hatte Angst, weil ich niemand entdecken konnte, aus meiner Kindergarten Gruppe. Sie fragten mich neugierig wer ich sei, und sie fragten mich alles Mögliche, wir hatten ein unkompliziertes Gespräch. Ich hatte ein sehr mulmiges Gefühl im Magen, weil ich nicht wusste, wohin dieser Bus denn fuhr, ich bekam immer mehr schreckliche Angst.
Ich sass still da wie versteinert, und hatte Angst wie ich denn wieder nach Hause kommen sollte.
Der Bus selbst fuhr nach Flawil in die Hilfsschule, der Fahrer hatte mich verwechselt, mit einem Nachbarskind von mir. Ich selbst konnte nicht mehr reden, weil ich voll mit Angst war, wir kamen am Ziel an, und dann stiegen alle aus. Ich hatte Angst und nur zögerlich stieg ich aus, der Fahrer schien das nicht zu kümmern, und als alle draussen waren, da brauste er auch wieder weg. Alle Kinder gingen in das Gebäude, nur ich nicht, ich stand alleine auf dem Platz, und fing an zu weinen. Ich lief herum und suchte jemand der mir helfen konnte, aber da war niemand, ich wollte schon auf die Strasse laufen, und versuchen irgendwo hinzulaufen. Da kam plötzlich ein Polizeiauto, ich erschrak etwas und lief wieder zurück. Die Polizei fuhr direkt auf den Platz, ich war etwas schüchtern, und hatte Angst, aber da stieg schon meine Mutter aus. Sie war in Tränen aufgelöst, und sehr erleichtert, als sie mich erblickte. Ich war sehr froh auch, und wir fielen uns in die Arme, ich wusste gleich, dass jetzt alles gut wird, und dass sie bestimmt einen Weg wusste, wie wir wieder nach Hause kamen. Wir unternahmen immer sehr viel, wenn mein Vater am Arbeiten war. Eine Fahrerin fuhr uns zurück, und sie fragte entsetzt, warum bist du in den falschen Bus eingestiegen, ich sagte, dass der Fahrer gesagt habe, das es der richtige sei. Die Polizei fuhr mit uns mit, und begleitete uns bis zum Kindergarten wo ich damals ging. Erleichtert gingen wir in das Schulhaus, und gingen zum Kindergarten, um der Kindergärtnerin zu sagen, dass alles in Ordnung wäre. Sie fing an zu weinen, und sagte mir dann, ich solle so etwas nie wieder tun. Ich versprach, dass ich dies nie wieder tun werde. Auch meine Kindergarten Freunde, erschraken, und fragten mich, ob wirklich alles gut sei. Ich konnte sie einigermassen beruhigen. Die Kindergärtnerin schickte mich und meine Mutter nach Hause, so dass wir uns von dem Schreck erholen konnten. Ich durfte nicht nach draussen, und ich wollte auch nicht. Meine Mutter erklärte mir ganz in Ruhe, dass ein Kindermörder unterwegs sei, der bereits ein Kind aus der Gegend entführt haben solle. Dieses Kind ist bis heute nicht mehr aufgetaucht, dies war in den Achtzigern ein grosses Problem, sehr viele Kinder wurden entführt, und umgebracht. Ende der achtziger Jahre, konnte ein Täter überführt werden, und dann hörte das auf. Im Fernsehen selbst sah ich erst kürzlich ein Bericht, wo Eltern bis heute darunter leiden, dass ihr Kind nie mehr nach Hause kommen wird. Ich rollte oft mit den Augen als Kind und verstand nicht, warum ich nicht immer ohne Beaufsichtigung draussen spielen durfte. Aber heute verstehe ich meine Eltern sehr gut, und bin ihnen sehr dankbar dafür. Stellt euch mal vor liebe Kinder, ihr könntet nie wieder nach Hause, nur weil ihr nicht auf eure Eltern gehört habt und euch etwas passiert, steigt bitte niemals zu fremden Leuten in das Auto, die ihr nicht kennt.  Es gibt leider nicht nur nette Leute auf der Erde, leider gibt es auch Leute, die nichts Gutes im Sinn haben. Eure Eltern könnten sich das nie verzeihen, und sie würden ihr Leben lang darunter leiden wenn euch etwas passiert!
Bitte hört immer auf eure Eltern, ihr versteht vielleicht nicht immer warum ihr nicht immer alles dürft, aber glaubt mir sie wollen nur immer euer bestes, und sie wollen das ihr glückliche Menschen werdet, so wie der Herr es auch will. Ich hatte damals viel Glück gehabt, und meine Eltern selbst, hatten lange noch Angst deswegen, aber ich gab mir Mühe ohne zu murren, mich an ihre Weisungen zu halten, meine Eltern sprachen ganz in Ruhe darüber, und erklärten mir alles was ich wissen musste.
Ich bin von Herzen dankbar für meine Eltern, und danke Gott dafür, dass er mir solche Eltern gegeben hatte.
Ich bin froh, dass ich heute da bin, und gesund bin, aber das bin ich, weil ich auf meine Eltern gehört habe, und aus dieser Sache gelernt habe.

In diesem
Sinne
ihr


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